Zinssenkungen möglich: IWF sieht Spielraum für niedrigere EZB-Leitzinsen
Keine Zinssenkung unter Trichet, Experten warten gespannt auf Draghis Amtsantritt
Im Rahmen der letzten Zinssitzung unter dem scheidenden EZB-Vorsitzenden Jean-Claude Trichet hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am gestrigen Donnerstag ihre Zinssätze nicht mehr angetastet.
Sie hatte aber sinnvollerweise auch nicht ausgeschlossen, dass es unter dem neuen EZB-Chef Mario Draghi Zinssenkungen geben könnte.
Borges und IWF: Hohe Inflationsrate in Europa ist unangenehm, aber sicher nicht das Hauptproblem
Am Freitag reagierte der für Europa zuständige IWF-Direktor Antonio Borges auf diese jüngsten Entwicklungen aus Europa und brachte eine Zinssenkung in der Eurozone ins Spiel:
„Wir sehen Spielraum für niedrigere Zinsen in der Euro-Zone”, sagte Borges kurz vor dem Wochenende laut Reuters gegenüber Fachjournalisten.
In diesem Zusammenhang machte der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch sehr deutlich, dass sich der IWF momentan nur am Rande Sorgen über Inflation und Teuerungsrate in Eurozone mache.
Wo sieht der Internationale Währungsfonds die größten Herausforderungen in Europa?
Die Schuldenkrise in der Eurozone und die wirtschaftliche Schlagkraft Europas hätten nach IWF-Einschätzung aktuell Priorität.
Borges wiederholte auch die bisherige IWF-Position zum Ankauf von Staatsanleihen aus Spanien oder Italien:
„Wir werden aber alles tun, um das Vertrauen in die spanischen und italienischen Banken wiederherzustellen”, sagte Borges in Russland und schloss damit Bondankäufe durch den IWF weiter nicht kategorisch aus.
Direktoriumsmitglied Gonzalez-Paramo: EZB lässt sich ungern in Zinspolitik hineinreden
Ganz anderer Meinung ist allerdings, Jose Manuel Gonzalez-Paramo, seines Zeichens Direktoriumsmitglied der EZB. Er hält das Zinsniveau in der Eurozone bereits jetzt für niedrig genug.
Auch vom verstärkten Druck auf die Europäische Zentralbank hält Gonzalez-Paramo offenbar wenig, denn er betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erneut die unbedingte Souveränität der EZB.
(Bild: © Gerd Altmann / www.pixelio.de)
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