WestLB: Verhandlungen über Zerschlagung kommen nicht vom Fleck
Finanzkreise berichten über Stillstand trotz Zeitdruck von Seiten der EU
Die Umsetzung des zwischen den Eignern, dem Bund und der EU-Kommission ausgehandelten Zerschlagungsplans für die Landesbank WestLB kommt nach Einschätzung von Insidern und Finanzkreisen nicht gut voran:
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind trotzt wachsenden Zeitdrucks zentrale Fragen weiterhin noch nicht zufriedenstellend gelöst.
Zeitdruck wächst: Ende Juni muss die beschlossene Zerschlagung in allen Details stehen
Tatsächlich bleibt den Verhandlungsparteien nur noch rund ein Monat Zeit für eine Einigung in allen Punkten: Bis Ende Juni 2012 muss die WestLB auf Weisung der EU-Kommission zerschlagen werden.
Zuvor hatte es einen über Jahre währenden Streit über milliardenschwere öffentliche Garantien und Beihilfen gegeben, die dem einstigen Flaggschiff aller deutschen Landesbanken gewährt worden waren.
Einer der wichtigsten Streitpunkte ist nach Informationen mehrerer mit dem Vorgang vertrauter Personen dabei die Frage welche Unternehmensteile der einstmals größten Landesbank an die Helaba (im Bild: Helaba-Zentrale in Frankfurt am Main), die Landesbank von Hessen und Thüringen, gehen sollen.
Zu viele egoistische Interessen: WestLB-Aufspaltung kommt kaum voran
Auch über Pfingsten wurde den Insidern zufolge intensiv weiter verhandelt: Selbst ein anberaumtes Spitzentreffen von Vorständen und WestLB-Eignern hat den offenbar mühsamen Verhandlungen dabei aber offenbar zu keinem Durchbruch verholfen.
„Alle Beteiligten versuchen, das jeweils Beste für sich selbst herauszuholen“, brachte eine der Reuters-Quellen die etwas verfahrene Ausgangsposition auf den Punkt.
(Bild: © Helaba-Zentrale in Frankfurt am Main: Janko Lohse / www.pixelio.de)
Weitere Artikel zum Thema:
- WestLB-CEO Voigtländer: EU-Zustimmung zu WestLB-Rettungsplan erwartet
- WestLB-Zerschlagung: HSBC Trinkaus zieht sich aus Verkaufsgesprächen zurück
- WestLB: Abschiedsstimmung auf letzter Bilanzpressekonferenz
- Asset Management: Deutsche Bank kommt laut Finanzkreisen mit Verkauf gut voran
- WestLB: Entscheidung über Zukunft


