Studie: Mindestlohn in Baubranche führte nicht zu Jobabbau
Seit 1997 gibt es einen Mindestlohn in der Baubranche: Forscher untersuchten die Folgen
Zur Wochenmitte haben das in Essen ansässige RWI-Institut und die Arbeitsmarktexperten des Nürnberger IAB eine gemeinsame Studie vorgelegt:
Den Ergebnissen der Gemeinschaftsstudie zufolge hat der schon 1997 in der Baubranche eingeführte Mindestlohn nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen beigetragen.
Arbeitgeber teilen die Einschätzung der Studie: Mindestlohn half bei Strukturwandel
Den unübersehbaren und massiven Stellenabbau seit Mitte der 1990er-Jahre in dieser ohnehin sehr zyklischen Branche führen die Forscher in ihrer Studie vor allem auf das Ende des Baubooms in den Jahren nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung zurück.
Durchaus überraschend schloss sich auch der Bauindustrieverband HDB in Person seines Vorsitzenden Heiko Stiepelmann der Einschätzung von IAB und RWI an:
„Ohne den Mindestlohn hätten wir den Strukturwandel nicht meistern können“, erklärte Stiepelmann gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Hintergrund: Vor allem aus Osteuropa kamen nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes zahlreiche Kräfte in die Bundesrepublik, die auch bereit waren zu Niedriglöhnen zu arbeiten.
Baubranche erholt sich: 700.000 Jobs sind seit Mitte der 90er-Jahre allerdings weggefallen
Erst jetzt erholt sich die Bauwirtschaft nach einer langen Schwächephase: Nach dem abrupten Ende der Partystimmung – ausgelöst durch den staatlichen und privaten Bauboom zur Wiedervereinigung – werden heute mittlerweile sogar wieder Arbeitsplätze aufgebaut.
Während der Zeit des Niedergangs waren allerdings rund 700.000 Jobs verloren gegangen, dies entsprach gut der Hälfte aller Arbeitsplätze in der deutschen Baubranche.
(Bild: © Die deutsche Baubranche und der Mindestlohn: s.media / www.pixelio.de)
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