Statistisches Bundesamt: Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial in Deutschland!

15. August 2012

7,4 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 wollen mehr oder überhaupt arbeiten


In einer aktuellen Analyse hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf das große ungenutzte Arbeitskräftepotenzial in Deutschland hingewiesen. Den Bundesstatistikern zufolge haben sich im vergangenen Jahr rund 7,4 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland mehr Arbeitsstunden im aktuellen Job oder aber überhaupt eine Arbeitsstelle gewünscht.

 

Die „Stille Reserve“ des Arbeitsmarktes: Was ist das eigentlich?


Teilzeit, Unterbeschäftigung und „Stille Reserve“: Die Experten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden sprechen für 2011 von rund 7,4 Millionen Menschen zwischen 15 und 74, die mit ihrer jeweiligen Job-Situation nicht zufrieden sindNach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzt sich das hierzulande ungenutzte Arbeitskräftepotential folgendermaßen zusammen: 2,5 Millionen Erwerbslose, 3,7 Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit oder Vollzeit sowie 1,2 Millionen Menschen aus der sogenannten „Stillen Reserve“.

 

Die Stille Reserve setzte sich 2011 aus 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männern zusammen, zu ihr gehören Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen: Menschen auf Arbeitssuche, die allerdings nicht als arbeitslos registriert sind, Menschen, welche die Jobsuche bereits aufgegeben haben, aber auch Personen, die sich in Warteschleifen im Bildungssystem befinden.

 

Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2011 rund 3,7 Millionen Menschen unterbeschäftigt, davon arbeiteten mehr als die Hälfte in Teilzeit. Der Frauenanteil bei den Teilzeitbeschäftigten war dabei wie zu erwarten mit 72 Prozent sehr hoch.

 

Vor allem Männer betroffen: Vollzeitbeschäftigt mit zu wenig Arbeitsstunden


Anders sieht es der Statistikbehörde zufolge bei den Unterbeschäftigten mit Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Arbeitsstunden pro Woche aus: Von den 1,7 Millionen Unterbeschäftigten in Vollzeit waren 2011 knapp 73 Prozent männlich. Die meisten dieser Arbeitskräfte waren zwar ebenfalls auf Suche nach einer Verbesserung im Job, in aller Regel ging es dabei allerdings nur um eine Aufstockung der jeweiligen Arbeitszeit um einige Stunden pro Woche.

 

 

(Bild: © Statistisches Bundesamt sieht großes ungenutztes Arbeitskräftepotential auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Paul-Georg Meister / www.pixelio.de)


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