Statistisches Bundesamt: Ernüchternde Wachstumszahlen aus dem Q2

16. August 2011

Bundesstatistiker veröffentlichen Schätzung für Wachstum zwischen April und Juni 2011


Im Vergleich zum sensationell guten ersten Quartal des laufenden Jahres hat sich das deutsche Wirtschaftswachstum nach einer aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes merklich abgekühlt. Wie die Experten des Statistischen Bundesamtes am Dienstag mitteilten wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April 2011 bis Juni 2011 lediglich noch um 0,1 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal.

 

Analysten und Experten enttäuscht: Sie hatten auch im zweiten Quartal mit einer weiteren deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorquartal gerechnet - die Schätzung der Bundesstatistiker zeigt allerdings lediglich 0,1 Prozent Zuwachs.„Das ist das langsamste Wachstum seit Jahresbeginn 2009, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte”, musste ein Statistiker der Bundesbehörde angesichts dieser Schätzung konstatieren. Genauere Zahlen aus dem Q2 2011 will das Statistische Bundesamt (im Bild: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden) allerdings erst am 1. September 2011 nennen, Korrekturen bei der heute vorgelegten Schätzung sind also noch durchaus möglich.

 

Reuters befragte Analysten: Diese waren von einem deutlich kräftigeren Wachstum ausgegangen


Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten waren angesichts der schwachen Wachstumsentwicklung allerdings enttäuscht, die Analysten waren im Schnitt von einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Auftaktquartal ausgegangen, selbst die niedrigste Wachstumsschätzung lag noch bei etwa 0,2 Prozent. Immerhin: Ein Teil des statistisch schwächeren Q2-Wachstums war auf das von 1,3 auf 1,5 Prozent weiter nach oben korrigierte Wachstum aus dem starken Auftaktquartal 2011 zurückzuführen.

 

Deutschland ist mit seiner kurzfristig schwächeren Entwicklung allerdings keineswegs allein, auch in anderen führenden Industrienationen war zwischen April und Juni 2011 eine deutliche Abschwächung der Wachstumstendenzen festzustellen. Auch die USA schafften lediglich noch ein Plus von 0,3 Prozent, in Frankreich, dem nach wie vor wichtigsten Handelspartner Deutschlands, stagnierte das Wachstum zuletzt und in Japan gab es – immer noch katastrophenbedingt – sogar eine schrumpfende Wirtschaftsleistung.

 

Bruttoinlandsprodukt im Q2 2011: Kräftiger Zuwachs gegenüber Vorjahresquartal


Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte die deutsche Wirtschaft allerdings kräftig zu, im zweiten Quartal verzeichneten die Statistiker des Bundes einen Zuwachs in Höhe von 2,8 Prozent. Zu Jahresbeginn fiel der Jahresvergleich mit plus 5,0 Prozent allerdings noch viel deutlicher zugunsten des laufenden Jahres aus.

 

Mit aktuell 2,8 Prozent Zuwachs beim BIP liegt die deutsche Wirtschaft sogar immer noch einigermaßen auf Kurs der Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, diese waren bekanntlich für 2011 mehrheitlich von einem Wachstum jenseits der Marke von 3,0 Prozent ausgegangen.

 

 

(Foto: © Außenansicht des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden / Destatis)


Weitere Artikel zum Thema:


  1. DIW: Positive Konjunkturprognose, aber kein rasanter Aufschwung
  2. Deutsches Wirtschaftswachstum überholt USA
  3. Über 3 Prozent BIP-Wachstum: Merkel und die OECD sind sich einig!
  4. Einzelhandel Deutschland im Juni 2011: Stärkstes Umsatzplus seit 1994!
  5. Endlich mehr Brutto: Steigende Reallöhne in Deutschland!
Diesen Artikel weiterempfehlen: