Schäuble schwächt Merkel: Trichet-Nachfolge bei der EZB
Bundeskanzlerin Merkel pokert noch, Finanzminister Schäuble lobt Draghi
Frankreich, Italien und Luxemburg stehen bereits auch öffentlich hinter Mario Draghi, dem aktuell bekanntlich heißesten Aspiranten auf den Posten des EZB-Präsidenten. Aus Spanien kam zwar noch kein offizielles Statement, es scheint aber vollkommen klar, dass auch die Spanier die Wahl des smarten Italieners unterstützen würden.
Bundesregierung: Schwierige Lose-Lose-Situation
Die deutsche Regierung ist – nicht zuletzt aufgrund des sehr überraschenden Weber-Rücktritts im Februar – in einer komplizierten Situation. Bundeskanzlerin Angela Merkel ziert sich noch mit einer finalen Festlegung. Finanzminister Wolfgang Schäuble ist ihr allerdings schon vor kurzem quasi „in den Rücken gefallen“, denn auf Nachfrage von Journalisten hatte er den Kandidaten Draghi als kenntnisreich, intelligent und weltgewandt bezeichnet.
Umstrittten: Ein Italiener als oberster Finanzwächter Europas?
Nicht wenige Finanzexperten sind allerdings der Meinung, dass der künftige EZB-Präsident, der ja genau wie die übrigen Direktoriumsmitglieder für 8 Jahre amtiert, eher aus einem EU-Land kommen sollte, dass in der Vergangenheit durch konstante und solide Finanzpolitik aufgefallen ist. Aufgrund seiner aktuellen Situation wird der PIIGS-Staat Italien momentan wohl eher nicht zur Gruppe dieser Stabilitätsleuchttürme gerechnet. Dabei ist aber natürlich zu bedenken, dass auch das EU-Musterland Deutschland immer wieder – und immer noch – mit den fest geschriebenen Maastricht-Kriterien Neuverschuldung und Schuldenquote so seine liebe Müh und Not hat.
(Foto: © Europäische Zentralbank (EZB) / Pressefoto)
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