Schaeffler verkauft Continental-Aktien

28. März 2011

Milliarden-Erlös zur Schuldentilgung für Schaeffler


Der Herzogenauracher Automobilzulieferer Schaeffler hat sich von Teilen seiner Beteiligung an Continental getrennt. Das Unternehmen reduzierte seinen Anteil einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge von 75 auf rund 60 Prozent. Zum Börsenwert entspricht das einer Veräußerung im Volumen von 1,8 Mrd. Euro. Mit dem Geld will Schaeffler den Verschuldungsgrad senken und die verbliebenen Kredite zu günstigeren Konditionen refinanzieren.

 

Die direkte Beteiligung von Schaffler an Continental erhöht sich trotz des Verkaufs von Anteilen von derzeit 42 auf 49,9 Prozent. Veräußert wurden Aktien, die bei der M. M. Warburg und dem Bankhaus Metzler geparkt waren. Zu diesem Schritt war es gekommen, nachdem Schaeffler im Zuge der Conti-Übernahme während der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten war.

 

Bereits am heutigen Montag wird mit der Platzierung von 30 Millionen Continental-Aktien aus dem indirekten Schaeffler-Besitz begonnen. Weitere 15 Millionen Aktien übernimmt die Schaeffler-Gruppe wieder selbst.

 

Sollzins nun unter 10 Prozent


Mit den Banken, die einer Kredit-Stundung zugestimmt hatten, war eine maximale direkte Beteiligung von 49,9 Prozent vereinbart worden. Zusammen mit dem nach wie vor bei M. M. Warburg und Metzler zwischengeparkten Anteilen besitzt Schaeffler eine absolute Mehrheit an Continental. Ob es in Zukunft zu einer Fusion kommt, ist noch offen. Für die von Schaeffler angestrebten strategischen Wettbewerbsvorteile ist ein vollständiger Zusammenschluss nicht erforderlich.

 

Vor der Transaktion hatte Schaeffler rund 13 Mrd. Euro Schulden, von denen 6 Mrd. Euro in einer eigenen Gesellschaft lagen. Ursprünglich war mit den Kreditgebern eine Stundung der Schulden bis 2015 vereinbart worden. Nach der Reduzierung der Kredite konnte nun eine Laufzeitverlängerung bis 2018 erreicht werden. Der Sollzins den Schaeffler zahlen muss sank informierten Kreisen zufolge von zuletzt über 10 Prozent auf einen einstelligen Prozentsatz.

 

Engere Zusammenarbeit mit Continental

 

Noch im Laufe dieses Jahres wird Schaeffler in eine AG umgewandelt. Die Zusammenarbeit mit Continental soll intensiviert werden. Die Aktien von Conti könnten durch den Verkauf der Anteile über die Börse und den daraus resultierenden höheren Free Float wieder in den Deutschen Aktienindex aufgenommen werden – zumindest rückt die Aktie nun wieder näher an die Aufnahmekriterien der Deutschen Börse heran.

 

 

(Foto: © Schaeffler Gruppe Pressebild)


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