Nach Libor-Skandal: Großbritanniens Finanzaufsicht kündigt Reform an
Financial Services Authority: FSA will Libor reformieren oder sogar ersetzen
Der wichtige Interbankenzinssatz Libor soll nach dem Willen der britischen Finanzaufsicht FSA (Financial Services Authority) reformiert, notfalls auch durch eine andere Lösung für einen Referenzzinssatz ersetzt werden.
Libor: Ein sehr wichtiger Referenzzinssatz scheint dringend reformbedürftig
Der Libor wird traditionell in London (im Bild: Innenstadt der britischen Hauptstadt) einmal pro Tag ermittelt und war zuletzt durch einen massiven Skandal, in den offenbar zahlreiche internationale Großbanken involviert sind, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und der Finanzaufsichtsbehörden gerückt.
Die Behörde schlug vor dem Wochenende in London vor, dass anstelle des Libor in einigen Fällen andere Zinssätze genutzt werden sollen, darüber hinaus muss nach Einschätzung von FSA-Managing Director Martin Wheatley auch die Ermittlung des Zinssatzes grundsätzlich verändert werden.
Der Libor ist weltweit die Grundlage von vielen Millionen Kreditverträgen, ist ein entscheidender Zinssatz zwischen den Banken und liegt damit unzähligen Finanztransaktionen am Markt zugrunde.
Britische Aufsichtsbehörde: „Glaubwürdigkeitsverlust“ beim Libor ist groß
Die Financial Services Authority ist sich sicher, dass der Libor in seiner derzeitigen Form seiner Funktion nicht mehr gerecht werden kann, der „Glaubwürdigkeitsverlust“ sei zu hoch.
Neben dem Libor will die britische Aufsichtsbehörde in London, dem wichtigsten europäischen Finanzplatz, auch eine ganze Reihe anderer Referenzsätze – etwa für den Ölmarkt, Gold und Aktien – genau unter die Lupe nehmen.
(Bild: © Innenstadt von London, dem wichtigsten Finanzplatz in Europa: Friedel Frentrop (Essen) / www.pixelio.de)
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