Minijobs: Gewerkschafts-Studien ziehen ernüchternde Bilanz

21. Januar 2012

Hans-Böckler-Stiftung: Minijobs und Niedriglöhne gehen fast immer Hand in Hand


In Düsseldorf hat die den Gewerkschaften nahestehende Hans-Böckler-Stiftung drei hoch interessante Studien zum Thema Minijobs vorgestellt. Der Schluss der Studie: Die Bilanz des Minijob-Booms der vergangenen Jahre ist unter sozialen Gesichtspunkten sehr schlecht.

 

Den Studien zufolge erhalten knapp 90 Prozent der 7,3 Millionen in einem Minijob beschäftigten Menschen hierzulande nur einen Niedriglohn.

 

Geringfügige Beschäftigung findet meist zu Niedriglöhnen statt und führt nicht zu echten Jobs


Gewerkschaftsnahe Forscher wollen Minijobs abschaffen: Der Sonderstatus der geringfügigen Beschäftigung schade dem Arbeitsmarkt und den sozialen SicherungssystemenDem von Arbeitgeberseite und Regierung immer wieder vorgebrachten Argument, dass Minijobs eine Art „Brücke“ hin zu regulären, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen auf dem ersten Arbeitsmarkt seien, widersprach eine der drei vor dem Wochenende publizierten Studien dabei energisch.

 

Den Wissenschaftlern der Hans-Böckler-Stiftung zufolge würde gerade einmal neun Prozent der geringfügig Beschäftigten dieser Schritt gelingen. Das Fazit bei der Vorstellung der Studien fiel dementsprechend harsch aus:

 

„Der steile Aufstieg von Minijobs im deutschen Beschäftigungssystem ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie sich im Einzelnen begründbare Praktiken verselbstständigen und immer weiter weg führen von zukunftsfähigen Lösungen für eine moderne Erwerbsgesellschaft.“

 

Minijobs abschaffen? Gewerkschafts-Studien kommen zu klarem Ergebnis


Schlussendlich fordern die Forscher sogar eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung an sich und bezeichnen eine solche Abschaffung unter sozialen Gesichtspunkten als „unvermeidlich“.

 

Die Begründung: Durch die gewollte steuer- und abgabenrechtliche Privilegierung von Minijobs habe es schwerwiegende „Fehlentwicklungen“ gegeben, die in vielen Fällen zu „Diskriminierung der Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt“ und zur Durchlöcherung der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland führen würden.

 

 

(Bild: © Vom Minijob zur Arbeit mit Sozialversicherung? Peter Smola / www.pixelio.de)


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