Libyenkrise versetzt Finanzmärkte in Angst
Politische Unruhen treiben Ölpreis
Die politischen Unruhen im nordafrikanischen Libyen haben sich am Montag deutlich negativ auf die Finanzmärkte ausgewirkt. An den internationalen Finanzmärkten ist es zu einem regelrechten Ölpreisschock gekommen. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte WTI legte in der Spitze auf bis rund 95 Dollar zu. Ein Plus von mehr als sechs Prozent. Die Aktienmärkte reagierten Nervös und gaben ab. Der Dax fiel um mehr als einhundert Punkte und ist nun in eine Korrekturphase übergegangen.
Ob die politischen Unruhen die Ursache für die Kursverluste sind, ist strittig. Eine Korrektur im deutschen Leitindex und an zahlreichen Aktienmärkten rund um den Globus ist nach den rasanten Kurszuwächsen der vergangenen Monate jedenfalls längst überfällig.
Unternehmen fliegen Belegschaft aus
Zahlreiche europäische Unternehmen, darunter auch viele deutsche Firmen, haben bereits die in Libyen stationierte Belegschaft ausfliegen lassen und die Produktion in Libyen größtenteils heruntergefahren. Darunter auch die die Wintershall, eine Tochtergesellschaft der BASF.

Besonders prekär ist die Lage für die deutsche Volkswirtschaft vor allem deshalb, weil rund ein Drittel des Ölbedarfs in Deutschland durch Importe aus Libyen gedeckt wird. Aber auch andere europäische Staaten beziehen einen großen Teil des Ölbedarfs aus dem Gaddafi-Reich.
Weitere Eskalation oder Flucht ins Exil?
In den Medien wurden am Montag Spekulationen laut, Gaddafi sei bereits ins Ausland geflüchtet. Auf fruchtbaren Boden stießen derartige Meldungen vor allem vor dem Hintergrund, dass im Laufe des Tages bereits mehrere libysche Hubschrauber und Kampfjets auf Malta eingetroffen waren. Auch Vermutungen, Gaddafi habe sich möglicherweise nach Venezuela abgesetzt, wurden laut. Eine Bestätigung derartiger Meldungen liegt allerdings noch nicht vor.
Ohnehin scheint es nicht so, als wolle Gaddafi die Flucht antreten. Vielmehr legt das aggressive Verhalten der Staatsmacht nahe, dass Gaddafi mit aller Macht seine Position als Regierungsführer sichern möchte. Für die Finanzmärkte wäre dies sicherlich weniger erfreulich als eine Flucht Gaddafis ins Exil.
(Foto: © sludgegulper / flickr)


