Lässt die SNB tausende Franken-Kredite fallen?

26. Januar 2012

EUR/CHF taumelt der Untergrenze entgegen


Die SNB (Schweizerische Nationalbank) hatte mit dem Mindestkurs für das Wechselkursverhältnis EUR/CHF in Höhe von 1,20 Schweizer Franken zu drastischen Mitteln gegriffen, um der stetigen Aufwertung des Schweizer Franken endlich Einhalt zu gebieten, nachdem dieser zeitweise fast die Parität zum Euro erreichte. Bereits seit September verteidigt die SNB nun diesen Mindestkurs erfolgreich. Bisher notierte EUR/CHF nicht mehr unter 1,20.

 

Nach dem Rücktritt von Philipp Hildebrand, gerät das Bild nun zunehmend ins Wanken. Der Euro schwächelt wieder verstärkt gegenüber dem Schweizer Franken und zuletzt betrug das Wechselkursverhältnis wieder unter 1,21. Die starke Zurückhaltung der SNB und die ausstehende Wahl eines neuen Präsidenten sorgen am Markt zunehmend für Unsicherheit, wenngleich sich der Euro aktuell gegenüber anderen Währungen deutlich erholen kann.

 

Todesstoß für Franken-Kredite bleibt aus


Zwar wies OÖ Nachrichten zuletzt drauf hin, dass das Ausstiegsfenster bei Franken-Krediten noch immer offen sei, allerdings erwarten die meisten Experten auch, dass das zukünftig erst einmal so bleiben wird. So zitiert beispielswiese Aktiencheck.de einen Analysten von Uni Credit Research. Demnach wäre die SNB sogar bereit, den Mindestkurs für EUR/CHF bei Bedarf anzuheben, wenn beispielsweise die Inflations- und Wachstumsprognosen gefährdet wären und sich die deflationären Tendenzen weiter fortsetzen.

 

Demnach ist es also nicht unwahrscheinlich, dass die SNB demnächst wieder aktiver in das Geschehen eingreift, um zum einen die Wirtschaft vor einem Desaster zu bewahren und zum anderen auch tausenden Immobilienbesitzern und vielen Unternehmen mit ihren immer teurer gewordenen Franken-Krediten keinen Bärendienst zu erweisen.

 

Deflationstrend könnte sich massiv beschleunigen


Aktuell deutet einiges darauf hin, dass sich die deflationären Tendenzen in der Schweiz schon in den nächsten Wochen und Monaten sehr deutlich ausweiten könnten. So berichten die Medien in diesen Tagen verstärkt über die Gefahr, dass die Immobilienblase in der Schweiz bald platzen könnte.

 

Ein Indiz dafür, dass vom Häusermarkt demnächst neue Hiobsbotschaften drohen. Eine steigende Arbeitslosigkeit würde diesem Trend einen fruchtbaren Nährboden bieten – denn ohne ein laufendes Arbeitseinkommen müsste wohl ein Großteil der Immobilienbesitzer ihr Eigentum verkaufen, weil die Last der Finanzierung schnell untragbar werden könnte. Für einen steigenden Mindestkurs oder anderweitige Interventionen der SNB in den nächsten Wochen sind die Voraussetzungen also durchaus gegeben.

 

 

(Foto: © tokamuwi / www.pixelio.de)


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