IWF: Euro-Gruppe muss deutlich besser zusammenarbeiten!

20. Juni 2011

Internationaler Währungsfonds ist handlungsfähig – und meldet sich wieder zu Wort


Zuletzt war der Internationale Währungsfonds (IWF) durch den spektakulären Rücktritt seines geschäftsführenden Generaldirektors Dominique Strauss-Kahn und die damit verbundene globale Kandidatenkür relativ stark mit sich selbst beschäftigt. Mit der französischen Kandidatin Christine Lagarde beinahe unangefochten auf der Zielgerade ändert sich dies nun ganz offenbar:

 

Der IWF hat die Länder der Euro-Zone vor kurzem zu einem deutlich entschlosseneren und vor allem koordinierten Vorgehen in Bezug auf die Bekämpfung der akuten Schuldenkrise in Griechenland, Portugal und Irland aufgerufen.

 

IWF fordert klare Signale aus Europa – und weiterhin Reformen in den Schuldenstaaten


 IWF: Euro-Zonen-Verantwortliche sollen endlich klar machen, dass sie alles Nötige für den Erhalt der Währungsunion tun werdenDie IWF-Verantwortlichen sprachen in diesem Zusammenhang von einem „dringend erforderlichen Signal“, das von der Euro-Gruppe baldmöglichst gesetzt werden müsse, damit ganz klar ersichtlich sei, dass die Europäer alles tun werden, was für den Erhalt der Stabilität der Euro-Währungsunion von Nöten sei.

 

Auch für den Umgang mit den europäischen Schuldenstaaten hat der Internationale Währungsfonds Ratschläge, die von den übrigen Europäern nach IWF-Ansicht vehementer eingefordert werden müssten. Für die Krisenstaaten selbst spricht der heute von „sofortigen und weitreichende Strukturreformen“, die vorzunehmen seien.

 

IWF-Experten halten wenig von den intensiven Diskussionen in Europa


Wenig Verständnis bringen die IWF-Verantwortlichen hingegen für die ihrer Einschätzung nach „unproduktiven Debatten“ in den europäischen Kernländern auf. Die Washingtoner Währungs- und Finanzexperten raten in diesem Zusammenhang zu einer schnellstmöglichen Beendigung von Diskussionen über Umschuldungen oder vergleichbare Maßnahmen.

 

Besonders die Verknüpfung von Umschuldungsdiskussionen und der Gewährung von Hilfszahlungen nur unter scharfen Bedingungen stößt den IWF-Verantwortlichen in Washington aktuell sauer auf.

 

 

(Foto: © International Monetary Fund (IMF) / flickr)


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