Insiderbericht: Wie steht es wirklich um den Griechenland-Schuldenschnitt?

10. Januar 2012

Bislang wurde das öffentliche Bild von Äußerungen zu den erzielten Fortschritten dominiert


Öffentlich sprechen die zahlreichen Verhandlungsteilnehmer bei den Krisengesprächen über die Beteiligung privater Investoren an einem neuen Griechenland-Hilfspaket von erzielten Fortschritten und Annäherungen.

 

Ein hochrangiger Finanzmanager mit Kenntnissen der seit Monaten laufenden Verhandlungen hat nun gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein durchaus anderes Bild der Gespräche gezeichnet.

 

CDS-Inhaber sperren sich: Sie würden wohl bei einer Griechenland-Pleite besser dastehen


Es gibt nicht die „privaten Griechenland-Gläubiger“: Auch unter den Hellas-Investoren gibt es durchaus sehr widerstreitende InteressenAktuell würden laut der Reuters-Quelle vor allem zwei Gruppen von Gläubigern Schwierigkeiten machen und ihre finanziellen Interessen über die eigentlich im Grundsatz schon erzielte Einigung stellen:

 

Zum einen die CDS-Inhaber, die eine Kreditausfallversicherung in Gestalt eines Credit Default Swaps (CDS) erworben hatten, zum anderen diejenigen Investoren, welche aktuell Anleihen halten, die noch in diesem Jahr fällig werden.

 

Der Hintergrund: Ein freiwilliger Schuldenschnitt für Griechenland würde aller Wahrscheinlichkeit nach keine CDS-Auszahlungen auslösen, die Investoren mit Kreditausfallversicherungen stünden laut dem hochrangigen Finanzmanager also schlechter da als ihre Mitinvestoren ohne CDS.

 

Hoffen auf die fälligen Anleihen im Frühjahr 2012: Vielleicht kann Griechenland ja doch zahlen


Für einige der durch Credit Default Swaps abgesicherten Investoren könnte es also tatsächlich die attraktivere Option sein auf eine ungeordnete Pleite Griechenlands zu setzen.

 

Unter den Investoren mit in 2012 fälligen Anleihen bestehe hingegen eine ganz andere Hoffnung: Sie würden darauf bauen, dass sie ihr Kapital aus diesen Anleihen vollständig zurückerhalten – und lehnen so einen umfangreichen Schuldenschnitt ab.

 

„Das erschwert die Gespräche“, lautete das klare Fazit der Reuters-Quelle.

 

 

(Bild: © Schwierige Verhandlungen zwischen Griechenland-Investoren: S. Hofschlaeger / www.pixelio.de)


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