ifo-Index geht durch die Decke

22. Februar 2011

Index Überraschend weiter gestiegen


Allmählich mutet es fast schon unheimlich an: Der ifo Geschäftsklimaindex ist auch im Februar wieder deutlich gestiegen – zur Überraschung vieler Beobachter. Denn mit einem weiteren Anstieg hatte eigentlich niemand mehr gerechnet. Das Barometer kletterte auf 111,2 Punkte im Vergleich zu 110,3 Punkten im Vormonat. Der guten Stimmung in deutschen Chefetagen tun selbst die jüngsten Revolten in Nordafrika und die anziehenden Rohstoffpreise keinen wirklichen Abbruch. Der ifo Geschäftsklimaindex befindet sich nun auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.


Für die deutsche Wirtschaft könnte es kaum bessere Nachrichten geben. Selbst die hohen Wachstumsprognosen, die Wirtschaftsminister Brüderle für das Jahr 2011 angestellt hat, dürften nun noch deutlich übertroffen werden. So rechnet die Commerzbank inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent für das Jahr 2011.



Euroländer ziehen mit


Auch die übrigen Eurostaaten reihen sich inzwischen ein. So hat sich die Stimmung selbst in den Peripheriestaaten zuletzt deutlich aufgehellt. Sorgenkinder wie Spanien und Portugal haben wirtschaftlich betrachtet wieder Fahrt aufgenommen. Die Auftragseingänge liegen inzwischen im gesamten Euroraum wieder über dem Stand von vor einem Jahr. Ein möglicher Grund hierfür könnten die sinkenden Lohnstückkosten sein, die aufgrund der steigenden Produktion die spezifische Inflation bei den Rohstoffen in etwa ausgleichen.


Börsen reagieren verschnupft


An den Finanzmärkten verpufft der ifo Effekt allerdings weitgehend unbeachtet. Die Beteiligten konzentrieren sich zurzeit eher auf die Krisenregionen in Nordafrika und den aufgrund der politischen Unruhen explodierenden Ölpreis. Vor allem die Eskalation der Gewalt in Libyen machte Anlegern am Montag derart großen Sorgen, dass der Ölpreis in der Spitze auf über 95 US Dollar anstieg (WTI) und der Dax deutlich unter Druck geriet.



(Foto: © Dieter Schütz / PIXELIO)

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