IAB-Studie: Arbeitszeitkonten auf dem Siegeszug

22. Februar 2012

In den letzten 20 Jahren setzen sich laut IAB Arbeitszeitkonten immer weiter durch


Das in Nürnberg ansässige Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB, hat vor kurzem eine hoch interessante Studie zum Thema Arbeitszeitkonten und deren Verbreitung in Deutschland vorgelegt.

 

Der Studie zufolge hat heute mittlerweile gut jeder zweite Arbeitnehmer in der Bundesrepublik ein Arbeitszeitkonto, vor rund 20 Jahren hatten lediglich 25 Prozent der westdeutschen Beschäftigten und 4 Prozent der Arbeitnehmer im Osten der Republik die Möglichkeit ein Arbeitszeitkonto zu nutzen.

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird laut IAB durch Arbeitszeitkonten verbessert


50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mittlerweile ein Arbeitszeitkonto.Nach Aussagen der Studie ist die deutliche Ausweitung der Zahl der Arbeitszeitkonten vor allem der Tatsache geschuldet, dass von einem intelligenten verwalteten Arbeitszeitkonto sowohl die Unternehmen als auch die Beschäftigten profitieren.

 

Ines Zapf, die Hauptautorin der IAB-Studie, führte bei der Präsentation des Zahlenmaterials und der Analysen weitere Argumente für die Ausweitung des Modells Arbeitszeitkonto an:

 

Beruf und Familie ließen sich der IAB-Wissenschaftlerin zufolge mit Arbeitszeitkonten besser vereinen – im Gegenzug könnten Betriebe die Arbeitszeiten der Beschäftigten mit Hilfe von Arbeitszeitkonten besser an den tatsächlichen Arbeitsanfall im Unternehmen anpassen.

 

IAB-Studie 1991-2011: Weniger bezahlte Überstunden, deutlich mehr Freizeitausgleich


Wie in der IAB-Studie weiter erläutert wird, hat der Siegeszug der Arbeitszeitkonten Auswirkungen an anderer Stelle: Während es 1991 laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Durchschnitt noch 1,2 bezahlte Überstunden pro Woche und Arbeitnehmer gab, steht diese wichtige Kennzahl mittlerweile nur noch bei 0,7 Überstunden mit Bezahlung.

 

Überstunden werden trotz dieses Rückgangs in fast allen Unternehmen natürlich weiter geleistet, immer öfter erfolgt der Ausgleich allerdings nicht durch eine Bezahlung der zusätzlich geleisteten Arbeitszeit sondern durch Freizeitausgleich.

 

(Bild: © Arbeitszeitkonten, Überstunden und Freizeitausgleich: RainerSturm / www.pixelio.de)


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