HRE-Rechenfehler: Wirtschaftsprüfer von PwC sehen keine eigenen Fehler
PricewaterhouseCoopers: Jahresabschluss 2010 wies keine Unregelmäßigkeiten auf
Für die in der vergangenen Woche bei der HRE-Bad Bank FMS Wertmanagement AöR entdeckten milliardenschweren Bilanzierungsfehler haben die zuständigen Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) nach eigenen Angaben offenbar keine Verantwortung.
Wie PwC-Verantwortliche am heutigen Montag in Frankfurt am Main mitgeteilt haben sehen die Wirtschaftsprüfer kein eigenes Verschulden bei der jüngsten Milliardenpanne im Hause HRE.
PwC: Erst der letzte Halbjahresabschluss hat die Wirtschaftsprüfer auf die Spur des Fehlers gebracht
Noch beim Jahresabschluss 2010 habe es laut PricewaterhouseCoopers keine Anhaltspunkte für Fehler in der Hypo Real Estate-Bilanz gegeben.
Erst wesentlich später, beim am 30. Juni 2011 erstellten verkürzten Halbjahresabschluss, sei den Frankfurter Wirtschaftsprüfern aufgefallen, dass Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivategeschäften der HRE gegenüber ein und demselben Vertragspartner nicht miteinander verrechnet worden seien.
Direkt nach Entdeckung dieser Bilanzierungsfehler habe man die entsprechenden Buchungen korrigiert und auch den Jahresabschluss 2010 angepasst.
Das PwC-Management wies zu Wochenbeginn ebenfalls darauf hin, dass wesentliche Teile der Rechnungslegung von FMS Wertmanagement AöR an einen „externen Dienstleister” ausgelagert worden seien. Dieser Dienstleister sei auch für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Halbjahresabschlüssen verantwortlich.
Wirtschaftsprüfer geben Dienstleister die Verantwortung: Ist der Dienstleister möglicherweise die HRE selbst?
Dieser sehr interessante Einblick in die hoch bezahlte Welt der Wirtschaftsprüfer dürfte sicher den einen oder anderen Beobachter verwundern und könnte die Frage aufwerfen, warum hoch qualifizierte Wirtschaftsprüfer für die Erstellung von Bilanzen und Abschlüssen „Dienstleister“ benötigen.
Die Situation könnte sogar noch komplexer sein: Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Finanzkreise, dass der von PwC erwähnte Dienstleister möglicherweise die Deutsche Pfandbriefbank sein könnte.
Dieses Institut ist der Nachfolger der Hypo Real Estate und damit also der frühere Eigentümer der hoch toxischen Wertpapiere, die sich mittlerweile im Portfolio der Bad Bank FMS Wertmanagement finden.
Von Seiten des HRE-Managements gab es zu Wochenbeginn noch kein Statement bezüglich dieser neuen Entwicklungen.
(Bild: © Gerd Altmann / www.pixelio.de)
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