Hohe Staatsschulden – drohen bald Zwangshypotheken?

31. Januar 2012

Parallelen zu vergangenen Krisen


Immer mehr Menschen vergleichen die aktuelle Situation an den Finanzmärkten mit der großen Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Und tatsächlich gibt es erstaunliche Parallelen. Denn auch damals galten zahlreiche Staaten als überschuldet, konnten ihren finanziellen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen. Was folgte war eine Inflation, die alle Bundesbürger zu mehrfachen Milliardären werden lies, Milliardäre, die sich von ihrem Geld nicht einmal genug Essen kaufen konnten.

 

Angesichts solch trüber Perspektiven stellen Immobilien für viele Bürger derzeit eine interessante Möglichkeit dar, Vermögen zu konservieren. Das Kalkül vieler Profispekulanten und Privatpersonen: Jetzt günstig einen Immobilienkredit aufnehmen und von der Inflation profitieren. Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht – denn sie vernachlässigt die Handlungsfähigkeit des Staates.

 

Grundgesetz erlaubt Zwangshypotheken auf Immobilien


Die Bundesrepublik hat derzeit eine explizite Staatsverschuldung von etwa zwei Billionen Euro, denen ein Privatvermögen der Bundesbürger von etwa fünf Billionen Euro gegenüber steht. Das Immobilienvermögen der Deutschen wird mit rund neun Billionen Euro Wert taxiert. Was liegt da näher, als sich zu Gunsten einer nachhaltigen Entlastung des Staatshaushaltes bei den Immobilieneigentümern zu bedienen? In diesem Zusammenhang ist häufig von sogenannten Zwangshypotheken die Rede.

 

Eine Zwangshypothek ist nichts anderes als eine Grundschuld, die im Grundbuch eingetragen wird und vom Immobilieneigentümer zurückgezahlt werden muss. Diese Möglichkeit bietet sich dem Staat vollkommen legal und ist sogar im Grundgesetz der BRD in Artikel 14 Absatz 3 und Artikel 15 gesetzliche verankert. In der Geschichte Deutschlands wurden Immobilieneigentümer bereits zweimal durch Zwangshypotheken enteignet.

 

So zerstören Zwangshypotheken Existenzen


Die hohe finanzielle Belastung kann gerade in der Zeit hoher Inflation, die oft mit massiver Arbeitslosigkeit einhergeht, zum Problem werden. Viele Eigentümer müssen ihre Immobilien verkaufen und es kommt regelmäßig zu Zwangsversteigerungen – die Preise fallen. Die Risiken für Immobilieneigentümer sind also vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung massiv angestiegen. Eine ultimative Sicherheit bietet auch eine Immobilie nicht.

 

 

(Foto: © siepmannH / www.pixelio.de)


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