Griechenland-Rettung: Unter den Banken überwiegt die Erleichterung
Trotz milliardenschwerer Rettungsbeteiligung atmen viele Banker offenbar auf
Die Ergebnisse des Euro-Sondergipfels waren für viele Banken und Versicherer nicht unbedingt erfreulich, schließlich stehen ihnen Wertberichtigungen von 21 Prozent auf griechische Anleihen ins Haus. Dennoch überwiegen in den Reaktionen – vor allem seitens der Banken – seit dem Donnerstag die Erleichterung und die Gewissheit quasi „mit einem blauen Auge“ (Reuters) davongekommen zu sein.
Griechische Staatspapiere werden aktuell sogar mit bis zu 45 Prozent Abschlägen gehandelt
Im Vorfeld waren von Reuters befragte Wirtschaftsprüfer und Top-Banker von bis zu 50-prozentigen Wertberichtigungen ausgegangen, mindestens waren aber wohl 30-prozentige Wertberichtigungen für realistisch gehalten worden. Die von der Politik so vehement geforderte Beteiligung privater Gläubiger am zweiten milliardenschweren Rettungspaket für Griechenland (rund 109 Milliarden Euro) trifft die noch in griechischen Staatspapieren engagierten Banken und Versicherer also deutlich weniger stark, als diese selbst befürchtet hatten.
Der Hintergrund für die hohen Schätzungen im Vorfeld: Aktuell werden die betreffenden Papiere tatsächlich sogar mit Abschlägen von bis zu 45 Prozent gehandelt. Ein ungenannter Bankenvertreter äußerte sich gegenüber der führenden Nachrichtenagentur demzufolge erfreut: „Wir hatten alle deutlich höhere Belastungen erwartet. Das überfordert die Branche nicht.”
Klarer Präzedenzfall: Bislang gab es noch keine Rettungsbeteiligung von privaten Gläubigern in Griechenland
Dennoch bleibt die Beteiligung der privaten Gläubiger natürlich ein Präzedenzfall, denn das erste milliardenschwere Hilfspaket für die schuldengeplagten Südeuropäer war noch ohne einen Beitrag des Privatsektors ausgekommen.
Bis Mitte des Jahres 2014 wollen sich Versicherer und Banken nun – entsprechend ihrer Zusagen vom Brüsseler Euro-Sondergipfel – insgesamt mit rund 50 Milliarden Euro an der weiteren Griechenland-Rettung beteiligen. Diese Summe entsteht durch freiwillige Rückkäufe und Anleihentäusche, aber auch durch die Verlängerung von Rückzahlungsfristen.
(Foto: © Gerd Altmann / www.pixelio.de)
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