Griechenland: GPO-Wahlumfrage sieht Sparbefürworter leicht in Front
Nea Dimokratia und PASOK kommen zusammen auf fast 37 Prozent der Stimmen
Rund drei Wochen vor den nach mehrfach gescheiterten Koalitionsverhandlungen angesetzten Neuwahlen in Griechenland liegen die Befürworter des von der EU verordneten Spar- und Sanierungskurses einer Umfrage der griechischen Wahlforscher von GPO im Auftrag des Privatsenders Mega TV zufolge leicht in Front.
Nea Dimokratia und PASOK: Zwei sehr unterschiedliche Parteien eint der Wille zum Euro-Verbleib
Wie aus der aktuellen Erhebung hervorgeht könnte die konservative Partei Nea Dimokratia (Neue Demokratie) mit 23,4 Prozent der Stimmen rechnen. Die wesentlich kritischer gegenüber den EU-Sparvorgaben eingestellten Parteien des Syriza-Linksbündnisses kommen GPO zufolge aktuell nur auf 22,1 Prozent.
Die über viele Jahre regierenden Sozialisten der PASOK-Partei müssen sich in den Umfragen mit dem dritten Platz bescheiden, laut GPO könnten sie bei einer Wahl in dieser Woche nur mit 13,5 Prozent der Stimmen rechnen.
PASOK und Nea Dimokratia sind sich allerdings in vielen Fragen einig und beide Parteien stehen grundsätzlich hinter den Reformauflagen der internationalen Geldgeber, die dabei helfen sollen eine ungeordnete Pleite Griechenlands abzuwenden.
Drohen nach erneuten Neuwahlen wieder zermürbende Koalitionsverhandlungen?
Die erneute Parlamentswahl in Griechenland war notwendig geworden, weil nach dem ersten Urnengang die Regierungsbildung in mehreren unterschiedlich zusammengesetzten Koalitionsrunden gescheitert war. Am 17. Juni 2012 sind die Bürger Griechenlands nun erneut dazu aufgerufen über die künftige Zusammensetzung des Parlaments in Athen abzustimmen.
Das Ergebnis der Neuwahlen dürfte dabei auch für die Zukunft Griechenlands in Europa entscheidend sein: Politiker und Experten gehen davon aus, dass ein Sieg der Gegner von Einsparungen einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone deutlich wahrscheinlicher macht.
(Bild: © Wahlumfrage in Griechenland: Sagt das Land ja zum eingeschlagenen Sparkurs? S. Hofschlaeger / www.pixelio.de)
Weitere Artikel zum Thema:
- Sparpaket-Zustimmung in Athen - über 40 Abgeordnete ausgeschlossen!
- Athen beschließt Einführung einer höchst umstrittenen Immobiliensteuer
- Griechenland: Bundesfinanzministerium sieht ausreichendes Zeitfenster
- Griechenland: Papandreou mit Kabinettsumbildung und Vertrauensfrage
- National Bank: Griechenlands traditionsreichste Bank warnt vor Euro-Austritt


