Greenpeace-Studie hält schnellen Ausstieg aus Atomenergie für möglich
Schon 2015 könnten alle Meiler vom Netz gehen
Eine heute publizierte Studie der Organisation Greenpeace kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Deutschen schon in vier Jahren vollständig aus der nuklearen Energieversorgung aussteigen könnten, und das sogar vollkommen ohne Nebenwirkungen hinsichtlich der Abdeckung des Strombedarfs. Zu Grunde lagen der Studie der Hamburger NGO dabei aktuelle Planungen von Kraftwerken. Schon jetzt wäre demnach eine stabile Energieversorgung möglich, wenn die bereits abgeschalteten Atomkraftwerke weiterhin vom Netz blieben.
Eine Zukunft ohne Atom: Was ist wirklich machbar?

Auch weitere AKWs könnten – so das Ergebnis der Greenpeace-Studie – dauerhaft abgeschaltet werden. Für die Energieversorgung würden dann bereits bestehende und geplante Erdgaskraftwerke und Windparks einspringen. Andree Böhling ist Energie-Experte bei der Umweltorganisation Greenpeace und er appelliert an die Bundesregierung, sich bei der Forderung nach einem schnellen Atomausstieg an dem tatsächlich machbaren zu orientieren.
Auch die Nutzung von Kohlekraftwerken wäre nur noch teilweise notwendig, vor allem alte Kraftwerke könnten Greenpeace zufolge abgeschaltet werden. Andree Böhling plädiert dafür, den Klimaschutz durch eine Verkürzung der Laufzeiten von AKWs aktiv zu fördern. Vor allem müssten – so Böhling – klare Investitionen in erneuerbare Energiequellen, neue Gaskraftwerke und effiziente Stromproduktion getätigt werden.
Greenpeace macht selbst vor, wie Energieversorgung geht
Ganz uneigennützig dürften die Erkenntnisse der Studie für Greenpeace selbst auch nicht sein. Immerhin ist Greenpeace an der Genossenschaft Greenpeace Energy beteiligt, allerdings nur mit symbolischen 55 Euro. Beide Organisationen agieren ökonomisch und juristisch unabhängig voneinander, dennoch steht das Thema der erneuerbaren Energien auch bei Greenpeace Energy natürlich ganz oben auf der Agenda.
(Foto: © Gerd Altmann / PIXELIO)
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