Globaler Zinsmanipulations-Skandal: Barclays-Verwaltungsratsvorsitzender tritt zurück
Barclays Bank und Zins-Skandal: Verwaltungsratsvorsitzender Marcus Agius übernimmt Verantwortung
Der globale Skandal um umfangreiche Zinsmanipulationen sorgt bereits jetzt für erstes Stühlerücken in der Chefetage der britische Großbank Barclays. Marcus Agius, der Verwaltungsratsvorsitzende der Barclays Bank, übernahm am Montag in London Verantwortung und trat von seinem einflussreichen Posten zurück.
Finanzexperten: Druck auf Barclays-CEO Diamond dürfte kaum zurückgehen
„Ich werde hier nicht den Schwarzen Peter weiterreichen, sondern die Verantwortung übernehmen“, erklärte Agius vor Pressevertretern in der britischen Hauptstadt (im Bild: Houses of Parliament in London).
Nach Einschätzung von Experten dürfte dieser begrüßenswerte Schritt aber kaum ausreichen, um den mittlerweile massiven Druck, der auf Barclays-CEO Bob Diamond lastet, zu mildern. Sowohl Agius als auch Diamond hatten am heutigen Tage vor einem Parlamentsausschuss unangenehmen Fragen zum offenbar weit verzweigten Zins-Skandal beantworten müssen.
Besonders deutlich äußerte sich in diesem Zusammenhang der britische Politiker John Mann (Labour Party): „Die Verantwortung liegt bei Diamond, daher muss er diese auch übernehmen. Es gibt keinen Platz für Leute wie Diamond, wenn die Bankenbranche das Vertrauen in sich wiederherstellen will.”
Fast eine halbe Milliarde: Barclays zahlte bereits hohen Preis für Zinsskandal-Verstrickung
Erst in der vergangenen Woche war die britische Großbank Barclays zu einer Strafzahlung von beinahe einer halben Milliarde US-Dollar verpflichtet worden. Der Hintergrund: Die ermittelnden Behörden-sowohl in den USA als auch in Großbritannien-sahen es als erwiesen an, dass bei der Barclays Bank wiederholt Marktzinsen manipuliert worden waren.
(Bild: © Houses of Parliament in London: Tobias Krimmling / www.pixelio.de)
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