Girokonto mit NFC-Chip: Droht Datenklau?

25. Mai 2012

Datenschützer halten Profiling für möglich


EC-Karten mit NFC-Chips könnten Bankkunden zum gläsernen Verbraucher wider Willen machen. Die Daten auf den Chips enthalten individuelle Merkmale und können leicht ausgelesen werden. Eine Sicherheitsfirma hält es für möglich, dass Einzelhändler an der Eingangstür die Daten ihrer Kunden ausspähen, die eine Girocard mit NFC-Chip in ihrer Geldbörse tragen.

 

Peter Leppelt, Chef der Hannoveraner Sicherheitsfirma Praemandantum, äußerte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel Online: „Diesen Code kann wirklich jeder auslesen“. Mit einer leistungsstarken Antenne ließen sich zehn Zentimeter und mehr überbücken.

 

GiroGo: NFC-Feldversuch mit 1,5 Millionen Kunden startet


Die Sparkassen haben in Hannover, Wolfsburg und Braunschweig einen Feldversuch mit NFC-Chips gestartet. 1,5 Millionen Kundenkarten wurden mit einem Funkchip ausgestattet, der bargeldloses Zahlen ohne Unterschrift und PIN ermöglicht.

 

NFC-Chips können mit geringen Geldbeträgen aufgeladen werden – im aktuellen Pilotprojekt maximal 20,00 Euro. Werden sie in einigen Zentimetern Abstand vor ein kompatibles Zahlungsterminal gehalten, wird der angezeigte Betrag vom Chip abgebucht. Eine direkte Verbindung zum Konto besteht nicht.

 

Kundenprofile wie bei Rabattkarten


Leppelt hält es für denkbar, dass Händler an ihren Eingangstüren Vorrichtungen anbringen und die Daten der Chips auslesen. Da jeder Chip ein individuelles Signal liefert, könnten mit den gewonnenen Daten Kundenprofile erstellt werden, auch wenn die zu einem Profil gehörenden Kunden anonym blieben.

Der Einzelhandel erhofft sich durch möglichst detaillierte Kundenprofile seit langem Umsatzwachstum – die zahllosen im Umlauf befindlichen Rabattkarten sind dafür nur ein Beispiel. So wäre es z. B. In der Zukunft denkbar, dass ein Geschäft per Knopfdruck alle Preise im Geschäft anhebt, wenn sich zu einer bestimmten Uhrzeit überwiegend Kunden mit einer größeren Zahlungsbereitschaft im Verkaufsraum befinden.

 

 

(Foto: © Sammy / www.pixelio.de)


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