Geldsegen für Kreditnehmer – Banken müssen Kontoführungsgebühren erstatten

14. Juni 2011

Kreditnehmer sollten Kreditunterlagen nach unrechtmäßigen Kontoführungskosten durchforsten


Wer in der Vergangenheit einen Ratenkredit, ein Baudarlehen oder irgendeinen anderen Kredit aufgenommen hat, kann sich nun möglicherweise über einen nicht unerheblichen Geldsegen freuen. Aktuell lohnt es sich, alte Kreditunterlagen aus der Schublade hervorzuholen und diese nach Kontoführungsgebühren zu durchforsten.

 

Denn der Bundesgerichtshof hat unlängst entschieden, dass eben solche Kontoführungsgebühren unrechtmäßig sind, da die Kontoführung lediglich den Abrechnungszwecken der kontoführenden Banken dienen und für den Kunden keinen Mehrwert bieten (Banklupe berichtete).

 

Einige Kreditnehmer können sich auf wahre Geldgeschenke freuen


Zwar betragen die Kontoführungsgebühren für Darlehen meist nur wenige Euro pro Monat oder Jahr, allerdings fallen selbst diese kleinen Summen ins Gewicht, wenn ein Darlehen über eine entsprechend lange Laufzeit genutzt wurde.

 

Aber selbst bei kleinen Krediten lohnt sich der Aufwand, die kreditgebende Bank zur Erstattung aufzufordern. Wer beispielsweise zwei Euro monatliche Kontoführungsgebühren berappen muss und schon seit drei Jahren ein Darlehen hat, kann sich immerhin über einen Betrag von 72,00 Euro freuen.

 

Erstattung von Kontoführungsgebühren nur bei Darlehenskonten – nicht bei Girokonten

 

Allerdings müssen geschädigte Kreditnehmer in jedem Fall selbst aktiv werden und die kontoführende Bank schriftlich zu Erstattung auffordern. Wichtig dabei: Das BGH-Urteil bezieht sich nur auf Kontoführungsgebühren, die für Darlehenskonten belastet wurden (z.B. Ratenkredite, Hypotheken, Bauspardarlehen, etc.). Die normalen Kontoführungsgebühren, die Banken regelmäßig für Girokonten belasten, fallen nicht unter das BGH-Urteil.

 

Verjährungsfristen könnten Streitthema werden


Noch unklar ist, für welchen Zeitraum sich Kreditnehmer die belasteten Gebühren zurückholen können. Mit der üblichen Verjährungsfrist von drei Jahren sollte man sich deshalb im Zweifel nicht zufrieden geben, sondern versuchen bei den Banken auf Kulanz zu pochen.

Dann stehen bei einigen Instituten die Chancen auf eine Erstattung für deutlich längere Zeiträume auch vergleichsweise gut. Mancher Kreditnehmer kann sich so schnell über einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag freuen.

 

 

(Foto: © Thorben Wengert / PIXELIO)

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