FMSA und SoFFin: Dr. Pleister hält deutsche Banken für gut aufgestellt

12. August 2011

Handelsblatt-Interview: Der neue Chef von SoFFin und FMSA mit überraschenden Einsichten


In einem Gespräch mit einem der führenden Fachblätter der Finanzbranche, dem Handelsblatt, gab es vom neuen Chef des SoFFin (Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung), Christopher Pleister, einige für so manchen aufmerksamen Beobachter sicher überraschende Sätze zu hören:

 

Pleister ist der Ansicht, dass die deutschen Bank „“zu den Grundsätzen des guten Bankgeschäftes“ zurückfinden


Seit dem Stichtag 31. Dezember 2010 ist es dem SoFFin nicht mehr gestattet neue Leistungen an deutsche Banken zu vergeben - die neuen Aufgabenbereiche liegen nun vor allem im Controlling„Es gibt keinen Anlass zur Sorge mit Blick auf konkrete Einzelfälle der heimischen Finanzindustrie“. Pleister verwies in diesem Zusammenhang vor allem seine Beobachtung, dass es unter den deutschen Geschäfts- und Landesbanken ein Umdenken gegeben habe. Diese würden seiner Einschätzung nach heute wieder weniger Risiken eingehen und „zu den Grundsätzen des guten Bankgeschäftes“ zurückkehren.

 

Dr. Christopher Pleister hatte übrigens erst im Juni dieses Jahres die Nachfolge von Hannes Rehm angetreten und fungiert nun als neuer Verantwortlicher des umstrittenen Rettungsfonds SoFFin. Vor seinem Amtsantritt beim SoFFin und damit als Sprecher des Leitungsausschusses der FMSA (Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung) war Pleister unter anderem Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

 

SoFFin: Was steckt hinter Kürzel und was sind die Aufgaben des Fonds nach der Krise?


Der SoFFin wurde im Herbst 2008, also inmitten der Wirren der globalen Finanzkrise, ins Leben gerufen und sollte als wirksamer Rettungsanker für kriselnde und ganz akut bedrohte Geldinstitute fungieren. So ist er unter anderem bis heute mit 25 Prozent an der Commerzbank beteiligt und hat die desaströs implodierte Hypo Real Estate (HRE) komplett übernommen.

 

Seit dem Stichtag 31. Dezember 2010 kann der SoFFin dabei keine neuen Leistungen mehr an Banken vergeben, die zwischen Herbst 2008 und Winter 2010 unter die Fittiche genommenen Banken-Problemfälle beschäftigen die Verantwortlichen der FMSA aber natürlich weiter intensiv.

 

Der SoFFin ist auf diese Weise unter anderem weiter für „das Controlling der mit den Maßnahmen verbundenen Auflagen“ und die „auf bestehenden Stabilisierungsmaßnahmen beruhenden Verantwortlichkeiten“ (eigene Aufgabenbeschreibung des FMSA nach dem Jahreswechsel 2010/2011) maßgeblich verantwortlich.

 

 

(Foto: © Dr. Christopher Pleister, Sprecher des Leitungsausschusses der FMSA / Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung)


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