EZB: Zinssenkung scheint im Bereich des Möglichen!
EZB-Chefökonom Peter Praet und Reuters-Umfrage deuten auf möglichen Zinsschritt
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Vorabend des mit Spannung erwarteten EU-Gipfels eine Zinssenkung nicht mehr ausgeschlossen, um den Regierungen und Staatenlenkern der Euro-Zone auf diese Art und Weise Unterstützung zukommen zu lassen.
EZB-Chefökonom Praet will EZB-Leitzins unter einem Prozent nicht ausschließen
In einem Interview mit der Finanzzeitung Financial Times Deutschland (FTD) erklärte Peter Praet, der belgische Chefökonom der Zentralbank: „Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter einem Prozent liegen kann.“
Praet warnte im gleichen Atemzug allerdings auch vor den nicht zu vernachlässigenden Risiken und Nebenwirkungen eines dauerhaft auf sehr niedrigem Niveau liegenden Leitzinses im Raum der europäischen Gemeinschaftswährung.
„Zinsänderungen haben immer eine Wirkung, wenn natürlich auch begrenzt. Sie sind dann berechtigt, wenn sie dazu beitragen, die Preisstabilität auf mittlere Frist zu gewährleisten“, erklärte Praet abschließend im Gespräch mit den FTD-Redakteuren.
Die Märkte hoffen ganz offen auf eine baldige Senkung des EZB-Leitzins unter ein Prozent
Bereits vor diesem aufschlussreichen FTD-Interview war das Ergebnis einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters sehr eindeutig: Die große Mehrheit der Befragten erwartet relativ zeitnah einen solchen Zinsschritt nach unten.
Am Donnerstag kommender Woche tritt die EZB erneut zu einer Zinssitzung zusammen, angesichts der sich aktuell verdichtenden Vorzeichen könnte es also tatsächlich zu einer Zinssenkung unter die Marke von einem Prozentpunkt kommen.
(Bild: © Dreht die EZB (Europäische Zentralbank) noch vor dem EU-Gipfel an der Zinsschraube? Gerd Altmann / www.pixelio.de)
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