Ex-Bundesfinanzminister: Schuldenschnitt kommt über kurz oder lang
Die Euro-Finanzminister verhandeln, Steinbrück plädiert für einen harten Schnitt
In Brüssel beraten die Finanzminister der Euro-Gruppe über die anstehenden Griechenland-Hilfen und ob sie den schuldengeplagten Südeuropäern mit niedrigeren Zinsen und längeren Kreditlaufzeiten entgegenkommen könnten. In Berlin hält Ex-Bundesfinanzminister und der vielleicht aussichtsreichste SPD-Politiker für eine Kanzlerkandidatur, Peer Steinbrück, die Grundausrichtung dieser Hilfsmaßnahmen für wenig hilfreich.
Der ehemalige Bundesminister der Finanzen ist sich sehr sicher, dass ein Haircut – also ein Schuldenschnitt – in Griechenland unumgänglich geworden ist und er fordert diesen vehement ein!
Steinbrück: Der Status quo hat keine Zukunft, Schuldenschnitt ist der Ausweg
Steinbrück sagte wortwörtlich: „Es wird über kurz oder lang zu einem Schuldenschnitt kommen“. Die durch solch einen Schritt natürlich auftretenden Risiken hält der erfahrene Finanzminister dabei für beherrschbar. Aber vor allem für geringer, als bei einem bis in eine ungewisse Zukunft verlängerten Status quo, so wie ihn die Euro-Finanzminister offenbar aktuell planen.
Die größten Risiken eines solchen Schuldenschnitts sieht Steinbrück dann vor allem auf die Europäische Zentralbank und natürlich auch auf Griechenlands Banken zukommen, weniger auf die europäischen Geschäftsbanken oder die Euro-Staaten.
Griechenland-Rettungsschirm: Wann kann das Land sich wieder selbst refinanzieren?
Der Hauptbeweggrund für die an Klarheit kaum zu überbietenden Aussagen von Steinbrück ist seine Sorge vor einer Verlängerung von wenig fruchtbaren Rettungsmaßnahme ins Unendliche: „Die ständige Fortsetzung von Rettungsschirmen ist aussichtslos”, gab Peer Steinbrück in diesem Zusammenhang zu Protokoll.
Darüber hinaus befürchtet der finanzpolitische Experte der SPD, dass es aufgrund der Überschuldung in Athen auch in einigen Jahren für Griechenland noch keine sichere Perspektive gäbe, dass sich das Land wieder selbst mit frischem Kapital an den internationalen Finanzmärkten versorgen könne.
(Foto: © Klaus Brüheim / www.pixelio.de)
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