Eurohypo muss nicht verkauft werden: EU stimmt Abwicklung zu

30. März 2012

Commerzbank-Tochter Eurohypo darf mit dem Segen der EU doch abgewickelt werden


Die Commerzbank AG hat von der Europäischen Kommission in Brüssel die Erlaubnis erhalten ihre höchst verlustträchtige Konzerntochter Eurohypo zum größten Teil abzuwickeln.

 

Der EU-Kommission lagen von der Commerzbank erarbeitete Pläne vor, die vorsehen, dass die Eurohypo nur noch einen kleinen Teil ihres Geschäftes – Staatsfinanzierung und gewerbliche Immobilien – weiterführen darf.

 

Commerzbank will Eurohypo „konsequent“ abbauen – EU ist zufrieden mit erzieltem Kompromiss


Eurohypo bekommt Gnadenfrist: Commerzbank AG und Europäische Kommission sind sehr zufrieden mit dem neu ausgearbeiteten Kompromiss für die Commerzbank-Tochter Eurohypo.„Dank der guten Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden konnten wir einen Kompromiss erzielen, der ebenso ausgewogen ist wie der ursprüngliche Kommissionsbeschluss”, machte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in Brüssel deutlich. Die Commerzbank sicherte in Frankfurt am Main (im Bild) der Europäischen Kommission im Gegenzug zu „den Abbaukurs der Eurohypo konsequent fortzusetzen”.

 

Die ursprünglichen Planungen der Commerzbank und der Europäischen Kommission hatten vorgesehen, dass die zweitgrößte deutsche Privatbank ihre Tochtergesellschaft schon bis Ende 2014 komplett verkaufen sollte.

 

Weil die Commerzbank-Tochter Eurohypo aber nach wie vor überdurchschnittlich stark in risikoreichen Staatsanleihen engagiert ist, wäre ein Verkauf in der Praxis wohl kaum finanziell zu bewältigen gewesen.

 

Nicht nur Eurohypo in großen Schwierigkeiten – die Commerzbank ist immer noch teilverstaatlicht


Darüber hinaus war im Zuge der globalen Finanzkrise in den Industriestaaten auch die Konzernmutter Commerzbank AG in arge Bedrängnis geraten und musste Anfang 2009 sogar durch milliardenschwere Stille Einlagen des SoFFin, des staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, gestützt werden.

 

Die EU-Kommission hatte dieser staatlichen Beihilfe für die Nummer 2 der deutschen Bankenlandschaft zugestimmt und auch die später vorgelegten Umstrukturierungspläne für Commerzbank und Eurohypo abgesegnet.

 

 

(Bild: © Skyline von Frankfurt am Main mit Commerzbank-Tower: Cornerstone / www.pixelio.de)


Weitere Artikel zum Thema:


  1. Commerzbank: Moody’s droht wegen Eurohypo mit Downgrade
  2. Commerzbank-Tochter comdirect: Gewinnsprung um ein Drittel
  3. NYSE Euronext: Keine Klage gegen EU-Fusionsentscheidung
  4. Trotz Übernahmeverbot: Commerzbank will Deutsche Schiffsbank schnell integrieren
  5. Griechenland-Abschreibungen: Commerzbank mit Verlusten im dritten Quartal
Diesen Artikel weiterempfehlen: