EU und Euro-Gruppe erleichtern Spanien das Sparen und die Sanierung
Zum zweiten Mal in den letzten zwei Monaten bekam Spanien mehr Zeit eingeräumt
Die EU-Finanzminister sind am heutigen Dienstag in Brüssel dem Euro-Zonen-Schwergewicht Spanien erneut entgegengekommen und haben der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten mehr Zeit zur Sanierung des Haushalts und für Sparmaßnahmen eingeräumt.
Bis 2014: EU und Euro-Gruppe weichen Maastricht-Kriterien für Spanien auf
Der Brüsseler Entscheidung zufolge darf Spanien im laufenden Jahr ein Defizit von 6,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beanspruchen, also 3,3 Prozent über den sogenannten Maastricht-Konvergenzkriterien, die eigentlich EU-weit gelten sollen.
Diese Marke muss das Land übrigens erst 2014, also ein Jahr später als bisher gefordert, wieder einhalten. Der Beschluss dieser deutlichen Erleichterung für Spanien wurde am Dienstag von EU-Währungskommissar Olli Rehn offiziell bestätigt.
Der Hintergrund: Spanien befindet sich in der Rezession, die Staatsschulden sind hoch und das Land hat massiv mit seiner seit Finanzkrise und Immobilienblase maroden Bankenbranche zu kämpfen – und für diese bekanntlich bereits EU-Hilfskredite anfragen müssen.
Hilfskredite für spanische Banken auf den Weg gebracht: Am 20. Juli wird entschieden
Diese Hilfen bracht die Euro-Gruppe auf den Weg, die Verabschiedung ist für den 20. Juli angesetzt, der Deutsche Bundestag soll am 19. Juli über die Spanien-Kredite abstimmen.
Bis Ende Juli muss die spanische Regierung in Madrid aber auch selbst liefern: Nach dem Willen der europäischen Partner soll sichergestellt werden, dass das Land wenigstens die aufgeweichten Defizitziele mit Hilfe von zusätzlichen Spar- und Reformvorhaben erreicht.
(Bild: © Spanien unter Druck – EU und Euro-Gruppe bemühen sich darum, dem Land mehr Luft zum Sparen zu verschaffen: Lupo / www.pixelio.de)
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