EU-Kommission prüft NYSE Euronext-Deutsche Börse-Fusion genau

11. August 2011

EU hat nach Marktuntersuchung wettbewerbsrechtliche Bedenken


Wie die Wettbewerbshüter der EU vor kurzem angekündigt haben, wollen sie die von den beteiligten Unternehmen bereits beschlossene Fusion zwischen den Börsenbetreibern NYSE Euronext und Deutsche Börse AG sehr eingehend prüfen, vor allem unter dem Gesichtspunkt möglicher wettbewerbsrechtlicher Bedenken bezüglich der Bereiche Derivatehandel und Derivateclearing.

 

An diesem Punkt fürchten die EU-Prüfer offenbar negative Auswirkungen auf Innovationen – und möglicherweise auch höhere Gebühren für Derivatekunden.

 

EU-Wettbewerbskommissar Almunia und seine Beamten wollen sehr genau hinschauen


Problemfeld Derivatehandel und Derivateclearing: Entstünde in diesem Bereich durch die Fusion eine wettbewerbsrechtlich problematische Situation?Für eine eingehende Prüfung haben die EU-Beamten von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia nun im Rahmen einer Fristverlängerung bis zum 13. Dezember 2011 Zeit die Fusionspläne der beiden Börsenbetreiber im Detail zu durchleuchten. Nach Angaben der EU-Kommission habe eine erste Marktuntersuchung ergeben, dass sich in einzelnen zur Fusion anstehenden Bereichen möglicherweise doch Wettbewerbsbehinderungen durch die schiere Größe der beiden Fusionspartner ergeben könnten.

 

Die angekündigte genaue Prüfung von Seiten der Wettbewerbshüter der Europäischen Union kommt allerdings weder für die Verantwortlichen des deutschen Börsenkonzerns noch für das Management der Betreibergesellschaft des legendären US-Börsenplatzes Wall Street überraschend: Ein erfolgreicher Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und NYSE Euronext würde nämlich tatsächlich den weltgrößten Börsenkonzern entstehen lassen, es war also klar, dass der europäische Wettbewerbskommissar genau hinschauen würde.

 

Nach der Zustimmung der Anteilseigner: EU-Zustimmung gilt als größte Hürde auf dem Weg zur Fusion


Die Vorstandschefs der beiden Unternehmen, Deutsche Börse-Chef Reto Francioni und NYSE Euronext-CEO Duncan Niederauer, sind nun aufgerufen die prüfenden EU-Beamten davon zu überzeugen, dass die von Niederauer und Francioni in die Wege geleitete Fusion der beiden größten europäischen Derivatebörsen sich nicht negativ auf den Wettbewerb auswirkt.

 

Die Zustimmung der EU-Kommission gilt gemeinhin als die größte Hürde für die hochfliegenden globalen Börsenpläne, es müssen allerdings auch zahlreiche andere Behörden – in Europa und in den USA der Fusion zustimmen. Neben einer Zustimmung ist nach Einschätzung von Experten auch eine Zustimmung mit Zugeständnissen denkbar.

 

Eine komplette Ablehnung der Börsenfusion gilt allerdings als äußerst unwahrscheinlich und auch von Seiten der EU-Kommission gibt es aktuell keinerlei Anzeichen, die auf einen solchen Ausgang hindeuten

 

 

(Foto: © Schmuttel / www.pixelio.de)


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