Deutschland: Erwerbstätigenzahl erreicht Rekordhoch
Starker Aufschwung im Q1 2011 findet seinen Niederschlag auf dem Arbeitsmarkt
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt, auch in Deutschland, hinkt bekanntlich dem Verlauf der Konjunktur immer etwas hinterher: Das am heutigen Donnerstag vom Statistischen Bundesamt gemeldete stattliche Plus bei der Zahl der Erwerbstätigen ist also in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der deutsche Arbeitsmarkt robust durch die Krise gekommen ist und mit 1,3 Prozent zum Jahresauftakt ein sehr kräftiges Wachstum verzeichnen konnte.
Aufgrund dieser guten Ausgangsbedingungen hat die Zahl der Beschäftigten in der Bundesrepublik im zweiten Quartal (April bis Juni 2011) einen Rekordwert erreicht, nämlich den höchsten Wert in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990.
Wachstumsmotor Dienstleistungsbranche: Beinahe 4 /5 des Zuwachses entstand dort
Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag weiter mitteilte lag die Zahl der Erwerbstätigen damit im Q2 2011 um 1,4 Prozent höher als im zweiten Quartal des vergangenen Jahres: Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigen gegenüber dem Q2 2010 also um gut eine halbe Million.
Den Löwenanteil zum erfreulichen Beschäftigungsplus steuerte dabei übrigens die Dienstleistungsbranche bei: Im Vergleich zum Vorjahresquartal waren zwischen April und Juni 2011 rund 388.000 Erwerbstätige mehr in dieser Branche beschäftigt.
Das Produzierende Gewerbe trug immerhin noch einen Zuwachs von rund 105.000 Beschäftigten bei, im Baugewerbe kamen gegenüber dem Vorjahresquartal 44.000 Erwerbstätige hinzu, die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei steuerten ein Plus von circa 16.000 Erwerbstätigen bei.
Deutlich schwächeres Wachstum im Q2 2011: Experten erwarten nun auch weniger dynamisches Wachstum am Arbeitsmarkt
Auch im Vergleich zum Auftaktquartal des laufenden Jahres gab es einen vergleichbar starken Anstieg bei der Erwerbstätigenzahl um rund 450.000 Menschen. Saisonbereinigt um den im Frühjahr üblichen Anstieg verblieb nach Angaben der Bundesstatistiker immerhin noch ein Anstieg um rund 150.000 Erwerbstätige.
Da die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal nur noch um vergleichsweise bescheidene 0,1 Prozent zulegte, geht die Mehrheit der Experten für die kommenden Monate von einer merklichen Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus aus.
(Foto: © Rainer Sturm / www.pixelio.de)
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