Deutsche Börse: NYSE Euronext-Übernahme ist unsicher
Setzen Nasdaq und ICE voll auf eine feindliche Übernahme?
Wenn das Angebot der Deutschen Börse greift, würden nur 40 Prozent der NYSE Euronext-Anteile bei den NYSE-Aktionären verbleiben. Mit 60 Prozent der Aktien wäre die Deutsche Börse dann die Mehrheitseignerin des mit Prestige und Tradition beladenen Börsenplatzes Wall Street.
Am vergangenen Donnerstag – bei der Aktionärsversammlung der NYSE Euronext – bekräftigten Management und Verwaltungsrat der Wall Street-Betreiber noch einmal nachdrücklich ihren Willen am Anfang des Jahres geschlossenen Übernahmeabkommen mit der kaufinteressierten Deutschen Börse festzuhalten.
Was zählt mehr: Bestehende Übernahmevereinbarung oder bessere Konditionen?
Mit ihrem Übernahmeangebot ist die Deutsche Börse allerdings nicht mehr allein: Ein Börsen-Konsortium aus den US-Börsenbetreibern Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) hat nämlich vor kurzem ein lukratives Gegenangebot vorgestellt – und kürzlich auch den NYSE Euronext-Aktionären offiziell vorgestellt. Das Gemeinschaftsangebot von ICE und Nasdaq OMX liegt um rund 10 Prozent höher als die Ursprungsofferte der Deutschen Börse.
Zusätzlich sollen durch ein Zusammengehen von NYSE Euronext, Nasdaq OMX und ICE weit reichende Synergien geschaffen werden. Darüber hinaus fassen die US-Börsenbetreiber den Besitzstatus der Wall Street ganz offenkundig auch als Angelegenheit von nationaler Bedeutung auf und versuchen eine dementsprechende Stimmung unter den NYSE-Aktionären zu schüren.
NYSE Euronext: Das letzte Wort haben die Aktionäre
Die Entscheidung über den Merger liegt mittlerweile nicht mehr in den Händen des NYSE-Managements sondern natürlich in den Händen der Aktionäre. Ab dem 7. Juli 2011 sollen sie zwischen den bis dahin vorliegenden Übernahmeangeboten entscheiden dürfen. Spätestens im Sommer dürfte es also immens spannend werden. Im Kreis der letzten Aktionärsversammlung rührte sich allerdings bereits erster deutlicher Widerstand gegen den bislang starren Kurs von NYSE Euronext-Verwaltungsrat und Management.
(Foto: © bea lehnhoff / PIQS)
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