Deutsche Bank muss sparen und fast 2.000 Mitarbeiter entlasten
Führungsduo sieht sich zu Sparprogramm im Angesicht der Staatsschuldenkrise genötigt
Das frisch gebackene Führungsduo der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, muss schon wenige Wochen nach Amtsantritt den Mitarbeitern der größten deutschen Bank unangenehme Nachrichten überbringen: Im Rahmen eines milliardenschweren Sparprogramms will die Deutsche Bank beinahe 2.000 Mitarbeiter entlassen, den Löwenanteil (rund 1.500 Banker) davon in der einstigen Vorzeigesparte Investmentbanking.
Weniger Geld, weniger Boni: Deutsche Bank will auch Unternehmenskultur verändern
„Einfach gesagt: Unsere Kostenbasis ist zu hoch”, erklärte Anshu Jain, der die Investmentbanking-Sparte des Konzerns jahrelang selbst geführt hatte, zur Wochenmitte in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Arbeitsplätze in Deutschland dürften durch die geplanten Stellenstreichungen kaum betroffen sein, denn der Großteil der circa 10.000 hoch bezahlten Investmentspezialisten der Deutschen Bank sitzt tatsächlich in den Finanzmetropolen London und New York.
Die Deutsche Bank will mit ihrem angekündigten Sparkurs insgesamt circa drei Milliarden Euro einsparen, darüber hinaus soll sich auch in Sachen Unternehmenskultur im Investmentbanking einiges verändern. Die Investmentbanker des größten deutschen Bankhauses sollen nach dem Willen von Fitschen und Jain nicht mehr so stark auf Bonuszahlungen fixiert sein, aber auch insgesamt weniger verdienen.
350 Millionen durch Entlassungen, 500 Millionen durch erfolgreiche Postbank-Integration
Allein mit den geplanten Entlassungen bis zum Jahresende will die Deutsche Bank rund 350 Millionen Euro einsparen, trotz möglicher hoher Abfindungen für langjährige Mitarbeiter. Die bereits recht weit fortgeschrittene Integration der zugekauften Postbank AG soll nach Angaben der Führungsspitze der Bank weitere 500 Millionen Euro zu den erhofften Einsparungen beisteuern.
(Bild: © Deutsche Bank will Kostenbasis im Investmentbanking senken und entlässt rund 1.500 Mitarbeiter: Rainer Sturm / www.pixelio.de)
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