Denizbank: Russische Sberbank übernimmt Denizbank von Dexia
Dexia-Konzern muss verkaufen um Kapitalanforderungen gerecht zu werden
Die russische Großbank Sberbank expandiert aktuell weiter in Europa und nutzt dabei die Schwäche der französisch-belgischen Bankengruppe Dexia, die erst am Mittwoch erneut von Frankreich und Belgien mit weiteren Garantien gestützt werden musste.
Dexia-Tochter Denizbank: Russische Sberbank zahlt rund drei Milliarden Euro
Russlands Nummer 1 der Bankenbranche will für bis zu drei Milliarden Euro die Denizbank übernehmen, eine Tochtergesellschaft der Dexia. Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten wäre dies der umfangreichste Zukauf in der Firmenhistorie der Sberbank.
„Die Türkei ist ein sehr interessanter Markt. Wir glauben an dieses Land”, erklärte Sberbank-CEO German Gref vor Pressevertretern in Istanbul kurz vor dem Wochenende.
Der Hintergrund: Die Sberbank will eine Position in den wichtigen Wachstumsmärkten Europas aufbauen, bis 2014 sollen die Auslandserträge der in Russland bereits so dominanten Staatsbank auf rund fünf Prozent steigen.
Auf dem Übernahmemarkt waren die Russen letztmals erst im Februar 2012 aktiv gewesen: Für 505 Millionen Euro hatten sie der österreichischen Volksbanken AG deren osteuropäische Tochtergesellschaft VBI abgekauft.
Dexia und Sberbank wollen Denizbank-Verkauf im vierten Quartal unter Dach und Fach bringen
Die Dexia-Bankengruppe ist laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Pierre Mariani zu einem Verkauf der profitablen Tochter Denizbank gezwungen, um die künftig verschärften Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht zu erfüllen. Der Verkauf der Denizbank an die Sberbank soll nach dem Willen Beteiligten im Q4 2012 abgeschlossen werden
(Bild: © Sberbank aus Russland auf Einkaufstour in der Türkei: Wilhelmine Wulff / www.pixelio.de)
Weitere Artikel zum Thema:
- Kommunalfinanzierer Dexia braucht Bad Bank und Staatsgarantien
- Dexia-Bankengruppe: Belgien und Frankreich wollen notfalls helfen
- Griechenland-Anleihen: Offenbar erstes Entgegenkommen von Gläubigern
- Dexia-Stabilisierung: Frankreich will Lösung bis morgen
- Dexia-Führungsgremium berät am Samstag über Zerschlagung


