Dekabank: Schwaches Ergebnis 2011 und Unsicherheit an der Spitze

03. April 2012

Wie geht es nach der Waas-Entlassung bei der Dekabank weiter?


Bei der Sparkassen-Tochter Dekabank, einem spezialisierten Fondsdienstleister, gibt es schon länger eine ganze Reihe von Baustellen, seit kurzem auch ganz an der Spitze des Bankhauses: Der Vorstandsvorsitzende Franz Waas musste als Resultat einer Auseinandersetzung mit dem Sparkassenpräsidenten und Deka-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Haasis den Hut nehmen.

 

Dekabank: Bilanzpressekonferenz zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt


Wegen schuldenkrisenbedingter Abschreibungen auf Wertpapiere und eines insgesamt schwachen Fondsgeschäftes ging das Ergebnis des Sparkassen-Fondsdienstleisters Dekabank 2011 um beinahe 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis zurück.In diesem Streit ging es laut der Nachrichtenagentur Reuters um Bonuszahlungen in Millionenhöhe und schlussendlich sah der scheidende Sparkassenpräsident Haasis das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzendem nicht mehr als gegeben.

 

Zu allem Überfluss stand in der laufenden Woche in Frankfurt am Main auch noch die Bilanzpressekonferenz der Dekabank an. Aktuell wird das Geldinstitut vom Kapitalmarktvorstand Oliver Behrens kommissarisch geführt, dieser präsentierte auch die Zahlen aus 2011.

 

„Für mich und meine Kollegen ist es ziemlich überraschend, was passiert ist”, lauteten die eröffnenden Worte von Behrens auf der Bilanzpressekonferenz und offenbarten in ihrer Unsicherheit einen tiefen Einblick in die aktuell offenbar sehr turbulente Lage beim Sparkassen-Fondsdienstleister.

 

Die Dekabank erzielte 2011 ein fast 60 Prozent schlechteres Ergebnis als 2010


Die nackten Zahlen der Dekabank für 2011 waren, wie bei vielen anderen Geschäfts- und Landesbanken, übrigens alles andere als erfreulich: Schuldenkrisenbedingte Abschreibungen auf Wertpapiere und ein insgesamt schwaches Fondsgeschäft ließen das Ergebnis der Dekabank gegenüber 2010 um beinahe 60 Prozent zurückgehen, 2011 wurden aber immerhin noch 383 Millionen Euro erzielt.

 

Im Mai 2012 soll der frühere bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon der Nachfolge von Heinrich Haasis an der Spitze des Sparkassenverbandes DSGV werden, Experten gehen fest davon aus, dass vorher keinesfalls eine Entscheidung über die Nachfolge von Waas an der Spitze der Dekabank fallen wird.

 

 

(Bild: © Bilanzpressekonferenz und Personalquerelen bei der Dekabank: Rainer Sturm / www.pixelio.de)


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