Bundesregierungs-Studie: Banken sollen Dispo-Zinsen fairer gestalten
Überhöhte Dispo-Zinsen: Bundesregierung scheut sich vor gesetzlicher Regelung
Laut einer Studie, die im Auftrag der Bundesregierung erstellt wurde, zahlen Kunden von Banken und Sparkassen in Deutschland in aller Regel deutlich überhöhte Zinsen bei Überziehung ihres Kontos.
BMELV-Studie: Gewinne aus Dispo-Zinsen übersteigen die Kosten deutlich
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) veröffentlichte die Studie zur Wochenmitte und erklärte, der Schluss liege nahe, dass die Gewinne von Banken und Sparkassen aus eingeräumten Dispo-Krediten die Kosten der Geldinstitute „deutlich übersteigen” würden.
Der Untersuchung im Auftrag von CSU-Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner zufolge seien die Gewinne aus dem Geschäft mit Dispo-Krediten aktuell so hoch, dass sie tatsächlich „zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet“ würden.
Vor Konsequenzen in Form einer gesetzlichen Regelung oder Deckelung schrecken die Bundesregierung und das Bundesverbraucherministerium aber offenbar zurück. Nach dem Willen des Ministeriums sollen Banken und Sparkassen selbst für fairere Zinsen sorgen.
Stiftung Warentest-Studie: Dispo-Zinsen in Deutschland im Schnitt zwischen elf und zwölf Prozent
Zum Thema überhöhte Dispo-Zinsen gibt es bereits zahlreichen Untersuchungen: Eine frühere Erhebung der Stiftung Warentest hatte beispielsweise ermittelt, dass Banken und Sparkassen in Deutschland im Schnitt zwischen elf und zwölf Prozent Zinsen für Dispo-Kredite verlangen. Die Spannbreite war allerdings sehr groß und reichte von sechs Prozent bis 14,75 Prozent Dispo-Zinsen.
(Bild: © Bundesregierungs-Studie zu Dispo-Zinsen deckt Bekanntes auf und hofft auf faire Selbstregulierung der Banken: Gerd Altmann / www.pixelio.de)
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