Brasilien: Handelsüberschüsse leiden unter Konjunkturabkühlung
Schlechte Nachrichten aus Brasilia: Im Dezember 2011 brach der Handelsüberschuss deutlich ein
Zu Wochenbeginn musste die Regierung Brasiliens in der Hauptstadt Brasilia schlechte Nachrichten verkünden: Das Schwellenland musste im Dezember 2011 gegenüber dem Dezember 2010 einen Einbruch des Handelsüberschusses in Höhe von beinahe 29 Prozent vermelden.
Der Handelsüberschuss der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas lag nach Angaben der brasilianischen Regierung im Dezember aber immer noch bei 3,8 Mrd. US-Dollar.
Auch der bedeutende Emerging Market Brasilien bekommt nun also die einsetzende Abkühlung der Weltkonjunktur zu spüren.
Soja und Eisenerz: Nachfrage aus Europa für brasilianische Exportschlager deutlich schwächer
Nach Experteneinschätzung drückten dabei vor allem die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die Nachfrage – und damit natürlich auch auf die Preise – von sehr wichtigen Exportgütern Brasiliens wie beispielsweise Soja und Eisenerz.
Das Gesamtjahr 2011 war nach Angaben der Regierung in Brasilia in Sachen Handelsüberschuss mehr als erfreulich: 2011 stieg der Handelsüberschuss des lateinamerikanischen Schwellenlandes um stolze 48 Prozent auf 29,8 Mrd. US-Dollar.
2011 wurde damit der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2007 übertroffen: Vor Ausbruch der globalen Finanzkrise hatte Brasilien einen Handelsüberschuss in Höhe von rund 40 Mrd. Dollar verbuchen können.
Brasilianische Handelsbilanz: Analysten prophezeien Brasilien Fortsetzung des Abwärtstrends
Für das kommende Jahr ist die Mehrzahl der von Reuters befragten Experten allerdings eher pessimistisch:
„2012 werden wir einen Abwärtstrend in der Handelsbilanz sehen”, erläuterte Chefvolkswirt Newton Rosa von SulAmerica Investimentos die brasilianischen Perspektiven. „Der Überschuss wird kleiner sein, weil die Bedingungen für den Handel nicht mehr so positiv sind wie 2011.”
(Bild: © Recife, Brasilien bei Nacht: tokamuwi / www.pixelio.de)
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