Banca Monte dei Paschi di Siena: Braucht die älteste Bank der Welt Staatshilfen?
Reuters-Insider: Italiens drittgrößtes Kreditinstitut muss offenbar Staatshilfen beantragen
Italiens drittgrößtes Geldinstitut Kreditinstitut Banca Monte dei Paschi di Siena – höchstwahrscheinlich die älteste Bank der Welt – verhandelt einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit dem italienischen Staat über mögliche Staatshilfen zur Rekapitalisierung.
European Banking Authority: Auch die älteste Bank der Welt braucht mehr Kapital
Zwei mit der Lage bei der Banca Monte dei Paschi di Siena (Im Bild: Blick auf Siena in der Toskana) vertraute Personen berichteten Reuters am Samstag, dass die traditionsreiche Bank sowohl mit dem Finanzministerium in Rom als auch mit der Notenbank Italiens verhandelt. Dabei soll es dem Vernehmen nach um den Verkauf von staatlich garantierten Anleihen im Volumen von mindestens einer Milliarde Euro gehen.
Schon inmitten der Finanzkrise im 2009 hatte das traditionsreiche Institut mit staatlicher Unterstützung vergleichbare Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro begeben müssen.
Die toskanische Bank muss bis Ende Juni 2012 auf Anweisung der europäischen Bankenaufsicht EBA (European Banking Authority) ihr Kapital aufstocken um die verschärften Kapitalanforderungen zu erfüllen – und kommt mit dieser Herausforderung schlechter klar als andere europäische Banken. Die gesamte Kapitallücke beläuft sich nach Experteneinschätzung auf rund 3,3 Milliarden Euro.
Banca Monte dei Paschi hält 25 Milliarden Euro in Bonds: Staatliche Unterstützung im Gegenzug?
Den Insidern zufolge fehlen der Banca Monte dei Paschi di Siena noch zwischen 1,0 und 1,4 Milliarden Euro. Der Hintergrund für die intensiven Verhandlungen mit dem italienischen Staat: Wenn die Bank ohne staatliche Unterstützung versuchen würde diese verbleibende Kapitallücke durch Kredite zu schließen, dürfte die entstehende Zinslast wohl sehr schwer zu schulternde Lasten produzieren.
Das Geldinstitut war in der Schuldenkrise im Euro-Raum erneut stark unter Druck geraten, weil es überdurchschnittlich viele italienische Staatsanleihen hält. Das Volumen dieser Bonds liegt bei 25 Milliarden Euro, der zuletzt erfolgte Wertverlust schlägt sich allerdings sehr negativ in der Bilanz nieder.
(Bild: © Blick auf Siena, die Heimat der traditionsreichen Banca Monte dei Paschi di Siena: Ulrich Velten / www.pixelio.de)
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