Bain & Company: Solvency II ist ein Problem für Versicherer
Strategie-Studie: Lebensversicherer haben Schwierigkeiten mit Solvency II
Einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company zufolge werden kurzfristige viele Versicherer in Europa Schwierigkeiten mit lang laufenden Rentenpolicen und den kommenden Kapitalvorschriften nach Solvency II haben. Nach dem Willen der EU soll Solvency II Anfang des Jahres 2013 in Kraft treten – und zwar europaweit.
Vereinfacht gesagt ist Solvency II das Basel-Modell für die Versicherungsbranche: Wie beim Basel III-Vorläufer Basel II basiert die Umsetzung von Solvency II auf einem Modell mit drei Säulen. Die strengeren Solvency II-Vorschriften sollen die tatsächlich vorhanden Risiken der Versicherungsbranche besser steuerbar machen – und insgesamt transparenter.
Bain & Company: Autoren der Solvency II-Studie
Die Autoren der Studie, Bain & Company, sind eine weltweit operierende Strategie- und Unternehmensberatung, die im Jahre 1973 von ehemaligen Partnern des Bain-Wettbewerbers Boston Consulting Group gegründet wurde.
Konkret geht es in der Bain-Studie dabei vor allem um die so genannten Solvenzquoten. Diese werden in Zukunft die bedeutendste Kennziffer bei der Risikosteuerung sein und bewegen sich der Studie zufolge momentan vor allem bei britischen und deutschen Anbietern in einem kritischen Bereich.
Zu diesem Ergebnis sind die Strategie-Experten im Hause Bain gekommen, sie stellten ihre Resultate zum Wochenanfang in München vor.
Solvency II-Problem: Traditionelle Lebensversicherungen brauchen hohe Kapitaldeckung
Bain & Company hat zum Zweck der Verifizierung eine Simulation der Solvency II-Kriterien mit den Ausgangsdaten vieler europäischer Versicherer vorgenommen. Das Ergebnis:
Insbesondere die Firmen in Großbritannien und Deutschland schnitten sehr schwach ab. 21 Prozent der deutschen Unternehmen – und sogar 25 Prozent der britischen – erreichten in dieser Simulation nur schwache Werte unter 100 Prozent und müssen sich somit durchaus Sorgen machen.
Die Bain-Studie machte in diesem Zusammenhang auch gleich die „problembelasteten“ Versicherungsprodukte aus: „Die lang laufenden, traditionellen Lebensversicherungen mit einer garantierten Verzinsung fordern unter Solvency II eine hohe Kapitaldeckung“. Eine weitere Herausforderung ist laut Bain & Company die in Deutschland besonders hohe Diskrepanz zwischen Policen-Laufzeiten und dem angelegten Vermögen.
Versicherer in Frankreich und Italien müssen sich laut Bain deutlich weniger Sorgen machen
Auch in Italien und Frankreich haben die Bain-Experten die Situation unter die Lupe genommen, sind allerdings übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass dort die Lage in Bezug auf Solvency II deutlich besser sei.
(Foto: © Chris Beck / www.pixelio.de)
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