2011: Versicherer erstmals seit Jahrzehnten mit weniger Beitragseinnahmen?

18. November 2011

Prognose des Branchenverbandes GDV sagt einen Rückgang in der Größenordnung von 1,2 Prozent aus


Wie der einflussreiche Branchenverband GDV, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, vor dem Wochenende mitteilen musste haben die Versicherer in Deutschland im laufenden Jahr bisher – tatsächlich erstmals seit Jahrzehnten – sinkende Beitragseinnahmen verzeichnen müssen.

 

Nach Einschätzung des GDV dürften die Einnahmen der Branche in 2011 um 1,2 Prozent auf dann nur noch 176,7 Milliarden Euro fallen. Der Hintergrund: Das lukrative Geschäft mit dem Verkauf von Lebensversicherungen lief zuletzt branchenweit eher schleppend.

 

Trotz Konjunkturabkühlung: 2012 soll für die deutschen Versicherer schon wieder erfreulicher werden


Für 2012 rechnet der Branchenverband der Versicherer allerdings wieder mit leicht steigenden Beitragseinnahmen, trotz der sich mittlerweile sehr deutlich abzeichnenden Konjunkturabkühlung im kommenden Jahr.

 

GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen fürchtet anhaltend niedrige Zinsen, diese wären folgenschwerer für die Versicherungsbranche „als jede Abschreibung auf griechische Staatsanleihen“.Sogar die Folgen von Schulden- und Finanzkrise glaubt die Branche gut beherrschen zu können, Sorgen machen GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen allerdings die immer noch konstant niedrigen Zinsen:

 

„Das ist schlimmer als jede Abschreibung auf griechische Staatsanleihen“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin.

 

Versicherer deutlich ruhiger als Banken: Staatsanleihen aus PIIGS-Staaten sind weniger das Problem


Während in der Bankenbranche immer noch große Unruhe bezüglich drohender – oder aber schon erfolgter – Abschreibungen auf Staatsanleihen aus den PIIGS-Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien herrscht, sind die deutschen Versicherer in diesem kritischen Punkt offenbar guter Dinge:

 

Deutsche Versicherer hätten laut Hoenen aktuell nur rund drei Prozent ihrer gesamten Kapitalanlagen in diesen Staaten investiert, also etwa 30 Miliiarden Euro.

 

 

(Bild: © Lupo / www.pixelio.de)


Weitere Artikel zum Thema:


  1. EIOPA: EU-Versicherungsaufsicht sieht Branche für Hellas-Pleite gut aufgestellt
  2. Elektronikmarkt: Branchenverband BITKOM sieht für 2011 rückläufige Umsätze
  3. Chief Underwriting Officer der Swiss Re: Zinstief schlimmer als Naturkatastrophen
  4. Schäuble schwächt Merkel: Trichet-Nachfolge bei der EZB
  5. S & P: Ratingagentur sieht Bonität von Versicherern trotz Hurrikan Irene ungefährdet
Diesen Artikel weiterempfehlen: